Warum eigentlich Contao und nicht WordPress?

Viele Internetseiten basieren heutzutage auf dem CMS WordPress. Warum das so ist, erklärt sich aus der Einfachheit des CMS und der leichten Erlernbarkeit. Das fängt bereits bei der berühmten „5-Minuten-Installation“ an. Ja: wenn Sie wissen, was Sie tun, haben Sie innerhalb von 5 Minuten eine funktionsfähige Roh-Website mit einem Standardlayout. Dieses mitgelieferte Theme wird auch noch jedes Jahr neu angepasst und kann durchaus als Grundlage zu mehr dienen. In der Basisversion können Sie mit WordPress schnell und unkompliziert Ihre einzelnen Webseiten anlegen, sie im Menü zusammenführen zu einer Gesamtstruktur und außerdem einen sog. Blog einrichten und verwalten. Darüberhinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihr Basis-WordPress durch verschiedene Tools, Plugins genannt, zu erweitern: Formulare, Kalender, Backuplösungen, Shopkomponenten, Newsletter, … Sie finden eigentlich alles, was Ihr Herz begehren könnte. Am Ende gleicht Ihr System einer großen Ansammlung von Tools, die zusammenarbeiten sollen. Doch wie es auch in großen Teams immer mal zu Differenzen kommen kann, passiert es bei WordPress, dass bestimmte Plugins nicht miteinander harmonieren. Oft wundert man sich erst einmal, warum dies oder jenes nicht so klappt, wie gewollt, bis die Erkenntnis aufleuchtet: Pluginunverträglichkeit. Oder das Theme arbeitet nicht mit dem gewünschten Plugin zusammen. Schlimmstenfalls legen die Kontrahenden Ihr gesamtes System lahm und Sie können sich nicht einmal mehr einloggen, geschweige denn eine Website sehen („White Screen“).

Natürlich lassen sich solche Dinge lösen, und mit der Zeit entwickelt ein gewiefter WordPress-Anwender ein Gespür für die Dinge, die passieren können. Irgendwann weiß man einfach, dass vor jedem Update ein Backup durchzuführen ist. Spätestens, wenn Sie nach einem Update einen „White Screen“ hatten…

Aber es gibt eben auch noch andere CMS, die ebenfalls gut zu bedienen sind, jedoch keine „5-Minuten-Insallation“ anbieten, sondern das doppelte dieser Zeit benötigen. Dafür kommen sie aber in der Basis-Version schon mit Formularen, Eventkalender, Nachrichtenmdoul, FAQ, Mitgliederverwaltung und vielen anderen „Nebensächlichkeiten“ daher. Die Rede ist vom CMS Contao, meinem erklärten Liebling. Was bringt aber nun diesem CMS meine uneingeschränkte Sympathie ein? Zum einen besitzen Websites in Contao eine klare Struktur, die sich auch im Backend wiederfindet. Sie bauen zunächst eine Seitenstruktur auf und füllen diese dann mit Inhalt. Bei WordPress geht diese Struktur auch schnell mal verloren, insbesondere, wenn die Internetpräsenz im Laufe der Jahre wächst. Zum anderen kann auch die Medienverwaltung klar und übersichtlich angeordnet werden, was in WordPress so gut wie gar nicht geht. WordPress sortiert die Medien in Ordner nach Jahren und Monaten. Ich persönlich merke mir nicht immer, wann genau ich einen Artikel, ein Projekt bearbeitet habe. Für mich ist eine projektbezogene Ordnung oft intuitiver, wobei es natürlich von der Art der Arbeit abhängt. Die Medienverwaltung von WordPress ist eben an einen Blog angepasst und bietet da nicht mehr die Freiheiten, die Verwaltung an eigenen Bedürfnisse anzupassen. Als weiteres Manko empfinde ich es, dass WordPress per FTP hochgeladene Medien nicht erkennt. Diese müssen erst via Plugin importiert werden (und wieder ein Plugin…). Damit wird auch das Ersetzen eines Bildes, eines Dokuments umständlich. Anders bei Contao: Hier können Sie die Medien so anordnen, wie Sie es möchten und Sie können bei Bedarf auch Medien per FTP hochladen, Sie können die Medien auch umbenennen. Ja auch das beherrscht Contao! Aber das absolute Hightlight ist für mich: Artikel bestehen auch einzelnen Inhaltselementen, die ich in der Anzeige zeitlich steuern kann, wie es benötigt wird. Abgesehen von Typo3 ist das bei keinem anderen mir bekannten CMS möglich, bei WordPress schon gar nicht.

Nun werden Sie sich natürlich – und das völlig zu Recht – fragen: Warum arbeitet sie dann so viel mit WordPress, wenn sie das CMS nicht mag? Nun, so ganz stimmt es nicht: Ich mag WordPress, vieles ist einfach und schnell umzusetzen. Das CMS reicht für die meisten Business-Websites völlig aus. Contao wäre dann einfach überdimensioniert. Aber ich habe früher vieles auch in Joomla gemacht, das kann ich heute nicht mehr vertreten. Ich denke, es kommt immer auf die Ziele und Aufgaben an, die mit einer Internetpräsenz erreicht werden sollen. Und auch mit Contao stoßen Sie an Grenzen, z.B. wenn Sie ein größeres Portal aufbauen wollen, müssen Sie die vorhandene Mitgliederverwaltung um einiges erweitern. Und manchmal ist es einfach eine Frage des Preises: Eine Neuerstellung in Contao ist aufwendiger und damit einfach teurer als in WordPress.